Frau Dr. Elif Kizilboga Akbulut, Sie beschreiben Psychosomatik als eine Brücke zwischen Körper und Seele. In Ihrer Ordination unterstützen Sie Menschen dabei, körperliche Signale als wertvolle Hinweise auf innere Prozesse zu verstehen und in ein stimmiges Ganzes zu integrieren.
Was machen Sie konkret anders als Kolleg:innen ohne psychosomatischen Fokus?
Ich nehme mir Zeit für eine ausführliche Anamnese, höre aktiv zu und arbeite strukturiert an den Zusammenhängen zwischen Körper und Psyche. Dabei ist es mir besonders wichtig, körperliche Symptome ernst zu nehmen und eine entsprechende Diagnostik durchzuführen. Dazu gehört zunächst auch eine Laboruntersuchung, beispielsweise zur Überprüfung relevanter Mikronährstoffe.
Patient:innen unterschätzen häufig, dass der Körper „spricht“, wenn die Psyche überlastet ist. Beschwerden wie Schmerzen, Erschöpfung, Verdauungsprobleme, Schwindel oder Hautveränderungen sind real. Die Ursachen können jedoch auch in psychischen Belastungen liegen – etwa durch Stress, emotionale Konflikte oder anhaltende Alltagsanforderungen.
Gibt es einen Fall, der Sie besonders geprägt hat?
Eine Patientin kam nach einer traumatischen Fehlgeburt mit ausgeprägten psychosomatischen Beschwerden zu mir. Sie litt unter anderem an Schluckstörungen, Reizdarmsyndrom, Übelkeit und Vaginismus (einer unwillkürlichen Anspannung der Beckenbodenmuskulatur). Bereits nach der zweiten Sitzung berichtete sie über eine deutliche Entlastung – es sei ihr „ein Stein vom Herzen gefallen“. Durch die Kombination aus Psychoedukation, systemischer Therapie, Imagination und Atemtherapie verbesserten sich ihre Symptome rasch. Heute ist sie erneut schwanger.
Danke für die wertvollen Insights. Wir freuen uns auch für diese Patientin.
Alle Kontaktdaten von Expert:innen im Bereich der Psychosomatischen Medizin finden Sie im Netzwerk Psychosomatik Österreich: netzwerk-psychosomatik.at Und hier geht es direkt zur Website von Frau Doktor Elif Kizilboga Akbulut: doktorelif.at, Instagram @doc.elif
