Forschungsergebnisse zu kontextualisierter Medizin untermauern Vorteile psychosomatischer Medizin

In den letzten Jahren wurden in den USA eine Reihe an Studien zu kontextualisierter Medizin durchgeführt.

Kontextualisierte Medizin ist so definiert, dass bei der medizinischen Entscheidungsfindung der Kontext der PatientInnen bzw. deren Umwelt/Lebenswelt strukturiert berücksichtigt wird. Das beschriebene Vorgehen ähnelt inhaltlich der psychosomatischen Grundversorgung und der Umsetzung psychosomatischer Medizin. Das zentrale Ergebnis der Studien aus der Forschungsgruppe von Prof. Saul J. Weiner und Alan Schwartz von der University Illinois at Chicago ist, dass mittels kontextualisierter Medizin bessere medizinische Behandlungsergebnisse erzielt werden können als ohne strukturierte Berücksichtigung psychischer und sozialer Faktoren.

Ebenso geht kontextualisierte Medizin im Krankenhaus mit geringeren Behandlungskosten als herkömmliche stationäre Behandlung einher. Damit bestätigen diese Ergebnisse die bekannten Vorteile psychosozialer und psychosomatischer Medizin.

Literatur

Weiner SJ et al. Contextual Errors and Failures in Individualizing Patient Care. A Multicenter Study; Ann Intern Med. 2010; 153:69-75.

Weiner SJ, Schwartz A. Listening for What Matters. Avoiding Contextual Errors in Health Care. Oxford university Press 2016.

Weiner SJ et al. Evaluation of a Patient-Collected Audio Audit and Feedback Quality Improvement Program on Clinician Attention to Patient Life Context and Health Care Costs in the Veterans Affairs Health Care System. JAMA Netw Open. 2020;3(7):e209644. doi:10.1001/jamanetworkopen.2020.9644

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Listening for What Matters